Schweinemastanlage der Straathof Holding bei Alt Tellin

Industrielle Tierproduktion Deutschland 2015


Unser diesjähriges Thema zu Kunst Offen lautete “Diffusion in Grün” und war gedacht als Hinweis auf die Verschmelzung von schöner Kunst und leckerer Kost.
Dies war auch in diesem Jahr der Fall, aber umso mehr ich mich mit dem Thema auseinandersetzte, fiel mir auf, was ich schon immer besonders gerne auf Foto-Papier bannen wollte, nämlich meine Faszination beim Anblick von “Grüner” Technik: Solarfelder, Biogas-Anlagen und Windkraftanlagen. Alles wunderbare Objekte, die sich auch minimalistisch darstellen lassen können.
Was ist aber ist aus der ehemals “grünen” Landwirtschaft geworden, die allgegenwärtig das Leben auf dem Lande prägt und einem eigentlich als erstes in den Sinn kommt, wenn von der Farbe Grün die Rede ist?
Auch hier hat, gerade in den letzten Jahren, ganz besonders in den neuen Bundesländern eine Industrialisierung eingesetzt, die eine schlechte Richtung eingeschlagen hat und allein der Profitsteigerung  dient und nicht aus Liebe zur Natur, zum Tier und dem Mensch als Konsument betrieben wird.
Anders ist es nicht zu erklären, dass ein Skandal den nächsten ablöst: BSE, Pferdefleisch und der vorbeugende Gebrauch von Antibiotika in der Veterinärmedizin fallen mir da spontan als erstes ein.
Ganz abgesehen von den Skandalen, die es selten in die Tagespresse schaffen, aber trotzdem wie ein steter Tropfen den Stein höhlen und uns, unsere Umwelt und die Erde kaputtmachen oder mit den Füßen treten:
• durch die Rodung des Regenwalds zum Anbau von Soja  für die Futtermittelherstellung in Europa wird nicht nur das lokale Klima vor Ort, sondern auch der globale Klimawandel vorangetrieben;
• durch die Einführung der Gentechnik in der Landwirtschaft werden die Bauern weltweit zu Scheinselbständigen und Ausführungsgehilfen der Saatgut- und Agrochemiekonzerne; darüber hinaus sind die Folgen für den Acker und der sie begrenzenden Flächen noch gar nicht absehbar bzw. werden von Lobbyisten kleingeredet;
• die Schredderung von männlichen Küken, die in einem Legehennen-Betrieb nicht “gebraucht” werden, weil Sie keine Eier legen.
Diese Liste liesse sich noch weiter fort führen, soll aber als Anstoß zum Weiterdenken und Nachforschen genügen.
Dass eine tierfreie Ernährung auch noch gesünder ist, kann jeder für sich selber herausfinden, ist mir aber relativ egal, denn für seine Gesundheit ist jeder selbst verantwortlich.
Dass aber dadurch „meine“ Umwelt in Mitleidenschaft gezogen wird, ist mir nicht egal und deswegen habe ich es  in der diesjährigen Ausstellung zu „Kunst Offfen 2015“ zum Thema gemacht.